... Warum soll der aufgebende Kleingärtner dem ohnehin verloren 
gehenden Geld noch gutes hinterherwerfen? Ist die Wertermittlung nicht 
nur "Abzocke" und eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die 
Wertermittler, denen der Aufwand und die Fahrtkosten erstattet werden?
Diese und weitere Diskussionen gibt es immer wieder, wird eine Parzelle 
auf- und an den Verein zurückgegeben oder bereits ein Nachfolger 
präsentiert, der in den Pachtvertrag einsteigen will. "Nur im letzten 
Fall kann eine detaillierte Wertermittlung entfallen, wenn die Parzelle 
vom Nachfolger kostenlos übernommen wird", räumte LSK-Präsident ein, 
"doch dann müssen Vereinsvorstand und Fachberater den gesetzlich 
ordnungsgemäßen Zustand des Kleingartens überprüfen und im Fall der 
Fälle die Veränderung des Unzulässigen verlangen."
Denn nur beim Pächterwechsel hat der Vorstand die Möglichkeit, dem 
BKleingG widersprechende Baulichkeiten und unzulässige Anpflanzungen 
beseitigen zu lassen. Deshalb sollte in jedem Verein durchgesetzt 
werden, dass mit der Beendigung eines Pachtvertrages eine Wertermittlung 
fällig wird, die in erster Linie nicht den Wert des Gartens ermittelt, 
sondern vielmehr den pachtvertragsgemäßen Zustand und die ordnungsgemäße 
Nutzung der jeweiligen Parzelle überprüft.
"Die Bedeutung solch einer Wertermittlung für den abgebenden wie neuen 
Pächter ist auch deshalb unbestritten, weil er allen Beteiligten 
einschließlich dem Vereinsvorstand Sicherheit gibt", ergänzte Werner 
Lorius. "Landet eine Auseinandersetzung über eine Gartenübergabe vor 
Gericht, wird zuerst nach dem Wertermittlungsprotokoll gefragt - liegt 
es nicht vor, haben die Vereinsvorstände bereits verloren."
Als eine "Garteninventur" bezeichnete Kreiswertermittler Ronald Jacob 
aus Torgau die Wertermittlung, damit der Nachpächter gute 
Startbedingungen hat und dem Vereinsvorstand in seiner Tätigkeit 
geholfen wird. Aber natürlich will der scheidende Pächter in erster 
Linie möglichst viel Geld erhalten". Bei dem sich abzeichnenden 
Generationswechsel in vielen Kleingartenanlagen wird dies jedoch immer 
schwieriger. In seinem seit 24 Jahren bestehenden Kleingartenverein 
liegen von 99 % der 109 Parzellen die Bauanträge vor und bilden eine 
wichtige Grundlage für die Vorstandsarbeit. "Wir wissen, was wir 
gestattet haben und kontrollieren, was nach einer Baugenehmigung in 
einem Kleingarten tatsächlich passiert - und haben im Einzelfal auch 
schon einen Baustopp erwirkt und den Rückbau durchgesetzt, weil so 
mancher Pächter weder seinen Pachtvertrag noch die 
Rahmenkleingartenordnung hinreichend beachtet."
Zudem, ergänzte Verbansvorsitzender Andreas Zschau, sei es ganz schwer, 
mit langjährigen Gewohnheiten vor allem der älteren Gartenfreunde zu 
brechen. Deshalb sei sein Verband dabei, neue Wertermitler auszubilden 
und das Wissen der erfahrenen Wertermitler aufzufrischen, damit die 
Wertermittlung wieder zu einer Normalität wird.
Ein ordenlicher Pächterwechsel erleichtert die Vorstandarbeit, 
bekräftigte Bernd Wolfram. "Würden alle Vorstände ihren Plichten gemäß 
BKleingG nachkommen, bräuchten wir eigentlich keine Wertermittlung mehr, 
denn alle Anpflanzungen und Baulichkeiten wären dann ja 
gesetzeskonform", meinte er. Deshalb erteilt ein Pächter in seinem 
Verband mit der Kündigung des Pachtvertrages zugleich den Auftrag zu 
einer Wertermittlung. Doch würden Vorstände mit Biegen und Brechen 
gezwungen, Wertermittlungen durchzuführen, würden so mancher Ehrenamtler 
zurücktreten, was auch nicht im Sinne der Sache sei. Und das Problem der 
"Pachtnomaden" sei über die Wertermittlung erst recht nicht zu lösen. 
Dennoch, so fasste LSK-Präsident Paschke zusammen, werde die 
Wertermittlung künftig weiter an Bedeutung gewinnen und sei längst kein 
Auslaufmodell. Denn für die vertragsgemäße Nutzung des überlassenen 
Pachtlandes ist keine Anerkennungsbehörde zuständig - sondern einzig und 
allein die Gartenfreunde selbst. "Und die Wertermittlung hilft uns, 
diesen Pflichten nachzukommen und alle Gartenfreunde - abgebende wie 
übernehmende - gleich zu behandeln. Peter Salden

  
 
 

Termine 

Einführung für Vereinsvor- 

stände (Grundlagen im

Pacht- und Vereinsrecht)


Sa, 24.8.19 9 - 12 Uhr

 

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Rosa-Luxemburg-Straße 5

01796 Pirna


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