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Gesunder Boden - eine Fachberatung im UN-Jahr des Bodens

 

Ein gesunder und fruchtbarer Boden ist die Voraussetzung für das gewünschte Pflanzenwachstum und schließlich für einen intakten natürlichen Stoffkreislauf in unseren Gärten. Deshalb  hat der Territorialverband "Sächsische Schweiz" der Gartenfreunde am 30.5.2015 eine Fachberaterschulung zum Thema "Gesunder Boden - Kompost, Gründüngung, Mischkultur und Mulchen" durchgeführt.

 

Obwohl das Thema nicht neu ist, zeigte sich in der Praxis, dass manche Ansichten überdacht und neue Erkenntnisse gewonnen werden. Wir haben diese Schulung im Kleingartenverein "Am Wesenitzbogen" in Pirna-Jessen durchgeführt und zwei Kleingärten dazu besichtigt. Da hier ein ausgeprägter Sandboden vorherrscht, sind Maßnahmen zur Bodenverbesserung zwingend erforderlich, um gärtnerische Erträge zu erzielen.

 

Gartenfreud Friedrich zeigte uns seinen Kompostplatz, der fachgerecht in einer Drei-Zellen-Struktur aufgebaut ist und zu jeder Zeit für ausreichend Komposterde sorgt. Er gibt regelmäßig jeder Fläche und somit jeder Gartenkultur ausreichend Nährstoffe und Humus. Obwohl im Sandboden der Mineralisierungsprozess schneller als beim Lehmboden verläuft, ist dieser dunkel und weist eine hervorragende Krümelstruktur auf. Das Obst und Gemüse ist gesund und wächst prächtig. Der Stoffkreislauf ist stabil und wird unterstützt durch fachgerechte Kulturmaßnahmen. Seine Frau führt gewissenhaft ein Buch, wo für jedes Beet die entsprechende Kultur und das Jahr aufgelistet sind, um so eine fachgerechte Fruchtfolge einzuhalten. Sein Grundsatz lautet, keine Bodenfläche darf offen liegen, d. h. unbedeckt bleiben. So hat er wirklich jeden Quadratmeter gewissenhaft mit Vegetation gefüllt und dabei die Grundsätze der Mischkultur und der Artenvielfalt für einen schönen belebten Garten eingehalten. Wichtig ist, dass nach der Ernte eine Gründüngung erfolgt. Dazu eigen sich schnell wachsende Arten aus einer anderen botanischen Familie.


Auch bei Gartenfreundin Phillip konnten wir einen hervorragenden Kulturzustand sehen. Sie erläuterte uns, wie sie den Komposthaufen mit entsprechender Beschichtung errichtet und zusätzlich mit einem vertikal eingebrachten Rohr und einem Drainageschlauch belüftet. Im Zuge der Herstellung von reifer Komposterde bepflanzt sie diesen im zweiten Jahr mit Zucchini, um so die Rotte-Bedingungen zu verbessern. Gleichfalls wird auf dem Staudenbeet mit Rindenhächsel gemulcht. Dabei sorgt sie für ausreichend Zufuhr von Stickstoff in Form von Hornspänen, um den Entzug bei der Mineralisierung dieser Rindenstoffe auszugleichen. Auch das Mulchen mit frischem Rasenschnitt auf den Beeten ist vorteilhaft und schützt den Boden vor Austrocknung und schneller Mineralisierung, bringt Nährstoffe und Humus in den Boden.

 

In beiden Gärten ist durch die fachgerechte Bodenbewirtschaftung ein gutes Wachstum und ein gesunder Pflanzenbestand zu beobachten. Gemeinsam mit den anderen kulturtechnischen Maßnahmen sind die Gärten in einem sehr guten Kulturzustand. Unkräuter und  Schädlinge werden frühzeitig mit mechanischen Maßnahmen bekämpft. Durch die Förderung von Nützlingen hat sich ein natürliches Gleichgewicht eingestellt. Im Fazit ist zu erkennen, dass sich fachliche Kenntnisse zur Bodenfruchtbarkeit und der Vernetzung zum Pflanzenschutz auszahlen.

 

In Verbindung mit den Erfahrungen zur Sortenwahl und den Anbaubedingungen ist eine nachhaltige Gartenbewirtschaftung für jeden Gartenfreund möglich. Den Gartenfreunden wurde bewusst, dass sie eine besondere Verantwortung für den Schutz und die nachhaltige Sicherung der Fruchtbarkeit Bodens tragen, da er mit seinen Funktionen als Lebensraum, als Nahrungsgrundlage, als Wasserspeicher etc. eine tragende Rolle im Ökosystem spielt.

 

Gerhard Drossel


Maßnahmen gegen die Spanische Wegschnecke

In unseren Gärten finden wir viele verschiedene Schneckenarten. Gehäuseschnecken wie die Weinbergschnecken oder die Schnirkelschnecken richten in der Regel keine Schäden an Pflanzen an, da sie sich von totem Pflanzenmaterial ernähren. Sie sind daher nützlich, tragen zur Humusbildung bei. Weinbergschnecken und der Tigerschnegel (einheimische Nacktschnecke) fressen zudem Eigelege von Schadschnecken.

Gefährlich für unsere Kulturpflanzen ist lediglich die Spanische Wegschnecke (arion vulgaris/lusitanicus). Diese trägt den Namen eigentlich zu Unrecht, da sie wahrscheinlich ursprünglich aus Frankreich abstammt. Seit den 1970er Jahren verbreitet sie sich rasant in Mitteleuropa und ist auch in unseren Breiten zur Plage geworden. Die Hautfärbungen der Spanischen Wegschnecke können sehr unterschiedlich sein – von braun über rötlich bis orangegelb. Jede Schnecke legt einmal jährlich bis zu 400 Eier in mehreren Gelegen ab. Die Jungtiere schlüpfen im Herbst oder Frühjahr und sind zu dem Zeitpunkt ca. 1 cm groß. Schnecken fühlen sich in einer feuchten und kühlen Umgebung wohl. Sie verstecken sich bei Trockenheit und Sonnenschein in der Erde und unter Blättern.

 Hacken Sie den Boden um Ihre Kulturpflanzen regelmäßig locker, so dass feinkrümelige Erde entsteht. Dabei werden Ritzen und Gänge im Boden zerstört, wo sich Schnecken zurückziehen.  Suchen Sie Schneckenverstecke unter Blättern und Stauden ab und sammeln Sie die Schnecken ein. Sie können dafür auch extra „Schneckenfallen“ auslegen z. B. Rhabarberblätter oder Bretter, um dort dann die Schnecken regelmäßig abzusammeln. Schnecken sind in der nächtlichen Kühle oder an regnerischen Tagen unterwegs. Daher ist es für viele Gartenfreunde schon zum Ritual geworden, abends oder in den frühen Morgenstunden Schnecken abzusammeln. Dies ist sehr effektiv.

 Auch wenn wir die Spanische Wegschnecke auf Grund der durch sie verursachten Schäden nicht mögen, ist es trotzdem ein Tier und sollte nicht unnötigen Qualen ausgesetzt sein. Einen schnellen Tod bringt das Übergießen mit kochendem Wasser, manche zerteilen die Schnecken. Auf keinen Fall sollte man die Schnecken mit Salz bestreuen, da dies einen langsamen qualvollen Tod bringt und zudem das Salz im Garten weiteren Schaden im Kompost oder Boden anrichtet. Die Konzentration des Salzes ist, selbst wenn man es mit Wasser verdünnt, so hoch, dass das biologische Gleichgewicht gestört ist und die nützlichen Mikroorganismen, Würmer und anderen Tiere aber auch unsere Gartenpflanzen nachhaltig geschädigt oder gar abgetötet werden.

Die Spanische Wegschnecke ist kanibalistisch. Der Geruch von toten Artgenossen lockt weitere Schnecken an. Daher sollten tote Schnecken nur  in kleinen Mengen kompostiert werden, größere Mengen sollten über den Hausmüll entsorgt werden. Keinen Sinn macht es, Schnecken an andere Orte zu verbringen, da sie sich dort weiter vermehren und die nächste Schneckeninvasion anrückt. Auch wenn sich Schnecken langsam fortbewegen, können sie jedoch erhebliche Strecken zurücklegen – und dies tun sie in Aussicht auf begehrtes Futter - sie haben einen guten Geruchsinn. Außerdem verdrängt die Spanische Wegschnecke unsere einheimischen Schneckenarten und sollten daher nicht in freier Natur ausgesetzt werden.

Schutzstreifen mit Holz- oder Gesteinsmehl, Eierschalen oder ähnlichen halten die Spanische Wegschnecke meist nicht wirksam ab. Bierfallen ziehen Schnecken wirksam an. Diese ertrinken beim Versuch, an die begehrte Flüssigkeit zu gelangen. Jedoch sollte bedacht werden, dass so auch Schnecken von weiter her angelockt werden. Handelsübliche Schneckenzäune oder Schneckenkragen oder Pflanzenhüte sind eine wirksame Abwehrmethode. Diese sind jedoch kosten- und arbeitsaufwendig und kommen daher meist nur für einzelne kleinere Beete in Betracht. Laufenten fressen grundsätzlich gern Spanische Wegschnecken – jedoch auch gern junge zarte Gemüsepflanzen. Zudem geht den Enten schnell das Futter aus, so dass zugefüttert werden muss. Die dauerhafte Haltung im Kleingarten ist ungeeignet und nicht erlaubt. Auch der Einsatz von räuberischen Nematoden (Fadenwürmer)ist  möglich. Dies sind natürliche Parasiten von Schnecken. Präparate gibt es im Handel. Über das Gießwasser werden die Nematoden dem Boden zugeführt. Diese dringen über die Atemöffnung in die Schnecke ein und töten diese innerhalb von 1-2 Wochen ab.

Im Handel gibt es auch chemische Bekämpfungsmittel gegen Schnecken, welche jedoch im Kleingarten nur begrenzt eingesetzt werden sollten, da diese Mittel  nicht nur die Spanischen Wegschnecken tötet, sondern auch alle anderen nützlichen Schnecken. Es sollte der Wirkstoff Eisen(III)-phosphat favorisiert werden, da Produkte mit den Wirkstoffen Metaldehyd oder Methiocarb für andere Tiere wie Regenwürmer oder Vögel aber auch Haustiere schädlich sind (Nervengift).

Leider werden die ausgewachsenen Exemplare der Spanischen Wegschnecke von vielen Schnecken fressenden Nützlingen verschmäht, da der Schleim sehr zäh und bitter ist- es ist aber wahrscheinlich, dass Eigelege und Jungschnecken von verschiedenen Tieren wie Vögeln, Kleinsäugern, Lurchen und Insekten gefressen werden. Grundsätzlich sollten daher unsere Kleingärten naturnah angelegt sein, dass heißt, dass die natürlichen Feinde der Schnecken gefördert werden.

Als weitere natürliche Gegenspieler der Schnecken können bestimmte Pflanzen, insbesondere stark duftende Kräuter, eingesetzt werden. Diese können zum Beispiel als Beeteinfassung um gefährdete Gemüsepflanzen  eingesetzt werden z. B. Bohnenkraut, Thymian oder Salbei. So mancher Gartenfreund hat auch gute Erfahrungen mit verschiedenen Pflanzenjauchen oder Kaffesatz (Koffein ist Nervengift für Schnecken) im Einsatz gegen Schadschnecken gemacht. Hierzu gibt es zahlreiche Literatur oder Informationen im Internet – lesen und probieren Sie es aus.

Letztendlich ist es die Kombination mehrerer Maßnahmen, welche die Schneckenplagen langfristig gesehen eindämmen. Schon allein das richtige Gießen kann dabei ausschlaggebend sein. Damit den Schnecken für den nächtlichen Ausflug nicht der Weg gewässert wird, sollten die Pflanzen erst morgens gegossen werden und auch nicht flächig, sondern nur  direkt an die Pflanze und auch nicht täglich, sondern in größeren Abständen und dafür so intensiv, dass der Boden bis tief in die unteren Wurzelregionen unserer Nutzpflanzen durchtränkt wird.

Nacktschnecke bei der Eiablage

Nützliche Weinbergschnecke

 

 

   

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